15th International Congress on Catalysis 2012
Munich/Germany
01.07.2012
- 06.07.2012
30. DECHEMA-Jahrestagung der Biotechnologen und ProcessNet-Jahrestagung 2012
Kongresszentrum, Karlsruhe
10.09.2012
- 13.09.2012
vom 12.–15. März 2006 in der Evangelischen Akademie
Schloß Tutzing am Starnberger See
Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung quantitativer Risikoanalysen auf Anlagen der chemischen Industrie in Deutschland
Produktionsanlagen der chemischen Industrie werden in Deutschland auf einem hohen sicherheitstechnischen Niveau geplant, gebaut und betrieben. Natürlich verbleibt – trotz aller getroffenen Maßnahmen – ein restliches Risiko für das Eintreten von Schadensereignissen.
Die Sicherheit dieser Anlagen wird in Deutschland traditionell durch eine deterministische Herangehensweise gewährleistet; das heißt, möglicheFehler, Störungen und deren Auswirkungen werden systematisch ermittelt und durch technische und organisatorische Maßnahmen verhindert bzw. in ihren Auswirkungen begrenzt. Die Qualität der Maßnahmen muß dem Stand der Sicherheitstechnik entsprechen, so daß das Eintreten einer als unvertretbar bewerteten Auswirkung vernünftigerweise ausgeschlossen werden kann. Die Schwere der zu erwartenden Auswirkungen bestimmt die Anforderung an die Maßnahmen.
Bei einer probabilistischen Vorgehensweise werden Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere von Auswirkungen verknüpft als Risiko betrachtet. Es kann qualitativ oder quantitativ beschrieben werden. In der Regel wird bei Einsatz von probabilistischen Herangehensweisen letztlich ein Zahlenwert ermittelt, der gegen einen festgelegten Risiko-Akzeptanzwert geprüft wird. Diesen zu unterschreiten, bieten sich zwei Faktoren als Einflußgrößen an: Senken der Eintrittswahrscheinlichkeit oder Begrenzender Auswirkungen.
Europäische Entwicklungen und Vorgaben, aber auch die Globalisierung führen dazu, daß derzeit in Deutschland auf verschiedenen Ebenen intensiv die Frage diskutiert wird, was die probabilistische Vorgehensweise für die Anlagensicherheit einschließlich der Risikokommunikation leisten kann und wo ihre Grenzen sind.
Die DECHEMA mit ihrer Fachsektion Sicherheitstechnik, in ihrem Verständnis als Plattform für den Gedankenaustausch und die Kommu-nikation aller mit sicherheitstechnischen Fragen in der chemischen Technik befaßten Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden, widmet dieser wichtigen Frage das 44. Tutzing-Symposion. Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte werden durch Vorträge ausgewählter Fachleute beleuchtet.
Die Evangelische Akademie Tutzing am Starnberger See bietet die besten Voraussetzungen für eine intensive Diskussion, auch über den zeitlichen Rahmen des eigentlichen Vortragsprogramms hinaus. Mit einer abschließenden Podiumsdiskussion soll eine Zusammenfassung des erreichten gemeinsamen Verständnisses zu der Frage „QRA – Quo vadis?“ bzw. die Identifizierung noch offener Fragen versucht werden.